Konstruktives Misstrauensvotum

Mein Senf zum digitalen Wandel in Medien, Politik und Gesellschaft

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Erstligareif: Die digitale Agenda der #Groko

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Einen Filter für seine Filterblase wünschte sich der politaffine Blogger und Digitalunternehmer Nico Lumma vor wenigen Tagen. Ein berechtigter Wunsch, hat man doch zunehmend das Gefühl, dass die eigenen Newsfeeds immer mehr zu Endlosschleifen der Nörgelei und politischen Empörung mutieren – und damit zuweilen wie ein sich links fühlender Bild-Populismus daher kommen. Die Twitter-APO: Immer gegen „Die da oben“ polemisierend. Gegen die feinen Herren in ihren Polit-Ufos. Ermüdend, weil so vorhersehbar deshalb auch die Proteste und Rants gegen die digitale Agenda der neuen Bundesregierung und des neu formierten Parlaments. Wer aber genau hinsieht und Realismus walten lässt, erkennt: Was die Politik auf der digitalen Agenda hat, ist durchaus vielversprechend.

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Die Sinfonie der digitalisierten Großstadt

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Neue Medien kreieren neue Formen des Journalismus und des Geschichtenerzählens. Seit einiger Zeit dokumentieren Fotografen wie Brandon Stanton und Paul Sullivan Metropolen und ihre Bewohner in originärer und äußerst authentischer Form. Mit einer Digitalkamera, einer große Portion Neugier, der Liebe zum Detail, viel Leidenschaft und wenigen Worten gelingen ihnen intime Portraits von New York und Berlin, die gewaltig am Klischee der Anonymität von Großstädten kratzen und sich in den sozialen Medien großer Beliebtheit erfreuen.

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Digital Geschichte schreiben

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Fünf junge Historiker betreiben Geschichtsschreibung via Twitter, indem sie die Wochen vor und nach der Reichspogromnacht 1938 mit Tweets zuweilen im Minutentakt nacherzählen. Das ist gut, das ist neu, das ist sinnvoll, das ist kreativ und das bricht mit dem kruden Image des verstaubten Historikers, der in analogen Archiven herumkriecht, räumlich und gedanklich weit entfernt vom digitalen Hier und Jetzt.

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Bayerisches Crowdtelling mit leichtem Gepäck

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Kritik ist des Deutschen liebstes Hobby. Besonders gerne echauffiert der Otto Normaldeutsche sich sonntags ab 20:15 Uhr über die Qualitätsdefizite von Film und Fernsehen made in Germany. Dieser Tage traf es Dominik Graf und seinen mutigen Münchner Tatort, der kollektiv verrissen wurde. Der frisch wiedergewählte Bundestagspräsident Norbert Lammert beklagte tags zuvor gar den allgemeinen Qualitätsverfall der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. Laut Lammert gehe es nur noch um „Quote, Quote und nochmals Quote“. Natürlich fällt jedem qualitätsbewussten Fernsehaffinen auf Anhieb eine Reihe von Beispielen ein, die Lammerts Thesen stützen: Das Festhalten an Informationssendungen aus dem prähistorischen Analog-Zeitalter; die Soap-Operarisierung der Vor- und Nachmittage, die seichten Quizsendungen mit B- und C-Promis. Und natürlich die Mutter aller Fernsehkritik: Die Schlager- und Volksmusikanten in ARD und ZDF, diese maximale Weichspülung mit Gebührengeldern, die wohl nur mit harten Drogen zu ertragen ist. Die Pauschal-Watschen von Lammert sind dennoch ungerecht. Denn von einem generellen Verfall der Öffentlich-Rechtlichen kann nicht die Rede sein. Positiv stimmen diverse innovative Ideen und neue audiovisuelle Formate, die Geschichten kraftvoll, intelligent und vor allem auch digital erzählen. Die kleine Sendung „Mit leichtem Gepäck“ ist so ein Beispiel für großes Geschichtenerzählen mit digitalen Mitteln und ein echter Glücksfall für das deutsche Fernsehen. Dem Bayerischen Rundfunk sei Dank.

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„Curators of Sweden“: Ein lohnenswerter Kontrollverlust

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Die politische Kommunikation durchläuft einen stetigen Wandel – nicht erst in digitalisierten Gesellschaften. Ironischerweise war ausgerechnet die Kommunikation des öffentlichen Sektors immer schon besonders geheimnisumwoben. Stichwort Arkanprinzip: Was die Öffentlichkeit wissen muss, das entschied stets die öffentliche Hand. Und zuweilen war auch eine sehr freie Interpretation der Wahrheit hilfreich, denn der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel. Merkels und Steinbrücks „Die Spareinlagen sind sicher“ ist jetzt schon historisch. Die  abgeschottete höfische Gesellschaft mit ihren Intrigen, Geheimnissen und Lügen legendär. Akademiker kennen sie aus Jürgen Habermas’ „Strukturwandel der Öffentlichkeit“, Cineasten aus Stephen Frears „Dangerous Liaisons“ oder Sophia Coppolas „Marie Antoinette“. In jüngster Zeit brachten Bradley Mannings Wikileaks die Welt in Wallung – und ihn bis an sein Lebensende in den Knast.
Die schwedische Regierung stellt das alte Prinzip der Monopolisierung und Kontrolle von politischer Kommunikation seit knapp zwei Jahren auf den Kopf. Schweden gibt im Digital-Projekt „Curators of Sweden“ ausgewählten Staatsbürgern Woche für Woche die Kontrolle über den offiziellen Twitter-Kanal des Landes. Die Twitter-Botschafter können im Namen Schwedens twittern, retweeten und favorisieren was und so viel sie wollen. Sie werden damit zum Sprachrohr Schwedens im Social Web, die digitalen Sprecher ihres Landes. Das Experiment geht von Beginn an richtig in die Hose – mit großem Erfolg. 

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Der Wahlkampf im Netz geht gut ab!

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Recht hat er, der Herr Richel. Auch wenn Matthias Richel Online-Wahlkämpfer der SPD ist und seine Kritik an den Kritikern folglich wenig überrascht, ist sie im Kern doch absolut berechtigt. Es fällt auf, dass die schärfsten Kritiker den Parteien im digitalen Wahlkampf Oberflächlichkeit und Ahnungslosigkeit vorwerfen – ironischerweise aber in ihrer Kritik ebenso vorgehen: Oberflächlich und ahnungslos.

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Wahlkampf via Twitter: Meinungsmache der 0,01 Prozent

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Das große Verdauen nach TV-Duell und Dreikampf bestimmt die politische Öffentlichkeit keine drei Wochen vor den Wahlen. Hält Merkels bislang so erfolgreiche „Teflon und heile Welt“-Strategie bis zum 22. September? Kann Klartext-Peer mit deftigen Worten und klarer Kante die heftigen Umarmungsversuche seiner ehemaligen Chefin abwehren, die doch so gerne mit dem Finanzminister Steinbrück wieder an gute alte Zeiten anknüpfen würde? Können die klassischen Medien, allen voran Spiegel, Handelsblatt ARD und BILD, sich von ihrem so heiß geliebten Storytelling vom Pannen-Peer, der keinen Fettnapf auslässt, trennen? Und welche Rolle spielt im Endspurt des Wahlkampfes eigentlich dieses sogenannte Internet? 

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Trübe Aussichten für den Jungwählerfang im Netz?

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„Online-Kampagnen entscheiden die Bundestagswahl“. Mit dieser steilen These bewarb der BITKOM, der Lobby-Verband der Internet-Industrie, vor etwa drei Monaten eine hauseigene Studie über die Bedeutung des Internets für den Bundestagswahlkampf. Die Ergebnisse der Studie sind Wasser auf die Mühlen der digitalen Wahlkämpfer, die mithilfe des Netzes vor allem die Jung- und Erstwähler erreichen wollen: 48 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sind laut BITKOM der Meinung, dass der Einsatz der Internets entscheidenden Einfluss auf den Ausgang der Bundestagswahlen haben wird. 80 Prozent der jungen Erwachsenen informieren sich via Internet über Politik, 55 Prozent explizit im Social Web und knapp die Hälfte teilt dort auch politische Inhalte, zeigt also „aktiv“ politisches Interesse. Kann die SPD folglich ihre aufwändig organisierten fünf Millionen Hausbesuche abblasen und das teAM Deutschland der CDU sich ganz auf Sponsored Posts auf ihrer Facebook Page fokussieren?

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Inhalte überwinden? Meme und Politik

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Während die deutsche Twitter-Gemeinschaft in Dictionaries wühlt und über die korrekte Aussprache des Wortes debattiert, erobern Meme längst schon die breite Öffentlichkeit jenseits der sieben Berge der digitalen Zwerge Ureinwohner. Nicht zuletzt die süßen Kätzchen um Grumpy Cat und Co. haben Meme massenkompatibel gemacht. Dieser Katzen-Hype geht inzwischen so weit, dass unlängst gar die alte Tante Tagesschau auf ihrer Facebook-Seite ein mehr oder weniger lustiges Gewinnspiel zum Weltkatzentag auslobte. Grund genug sich die Frage zu stellen, wie viel Meme der Mensch verträgt - beziehungsweise ab wann und in welchen Kanälen diese zugegebenermaßen oft witzige Trivialisierung von Botschaften und Inhalten clownesk wird und nur noch nervt. Wer hinter die Fassade der digitalen Albernheiten blickt, erkennt zudem schnell: Einige Meme verbreiten sich oft deshalb viral, weil sie Teil eines Geschäftsmodells oder politisch gesteuert sind.

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